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Hallo,
ich (ein Anfänger) hätte mal eine Frage an Euch. Mit einem Programm wie CAPELLA kann man doch eingescannte Noten wunderschön als Klaviermusik mittels Soundkarte am Computer ausgeben. Aber andere Instrumente als Klavier klingen leider sehr künstlich. Gibt es irgendeine Möglichkeit, auch andere Instrumente möglichst originalgetreu klingen zu lassen. Braucht man dazu eine Super-Soundkarte, einen Sampler oder ein Keyboard?
Mein Wunsch wäre, Notenblätter für mehrere Instrumente z.B. von Mozart oder Beethoven einzuscannen und sie dann in guter Qualität auszugeben.
Herzlichen Dank für Eure Hilfe
Karl-Heinz
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Hallo Karl-Heinz,
es ist richtig, daß Du z.B. mit Capella-Scan Partituren einlesen und als Capella-Dokument ausgeben lassen kannst. Damit jeder dieser Partitur-Stimmen auch das richtige Instrument zugewiesen wird, sind auch in einem Programm wie Capella gewisse Nachbearbeitungsschritte notwendig. Die akustische Ausgabe erfolgt über Midi. Und wie Du schon richtig festgestellt hast, klingt ein Midi-Song nur so originalgertreu, wie das Midi-Ausgabegerät in der Lage ist, Instrumente originalgetreu wiederzugeben. Midi-Ausgabegeräte sind Soundkarte, Keyboard oder Sampler - richtig. Eine preiswerte Soundkarte beispielsweise wird niemals die Qualität in der Midi-Wiedergabe erreichen wie z.B. ein gutes Keyboard. Aber auch eine teure Soundkarte muß nicht unbedingt eine gute Midi-Qualität besitzen. Viele Hersteller setzen bei der Entwicklung von Soundkarten ihre Prioritäten bei der Audio-Performance und vernachlässigen leider den Midi-Bereich.
Wenn Du bereits eine preiswerte Allround-Soundkarte besitzt, die günstigerweise auch noch ASIO unterstützt, empfehle ich Dir zur Verbesserung der Midi-Sounderzeugung die Verwendung eines Software-Synthesizers wie z.B. WinGroove http://www.cc.rim.or.jp/~hiroki/english/ oder ROLANDS Virtual Sound Canvas.
Andernfalls bleibt Dir nur die Anschaffung einer anderen Hardware.
Gruß Sandro
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Hallo Sandro,
herzlichen Dank für Deine E-mail. Vielleicht könntest Du mir eine Hardware empfehlen, etwa bis zu einem Preis von 2000 Euro?
Viele Grüsse
Karl-Heinz
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Hallo Karl-Heinz,
es ist nicht ganz einfach, da was Verbindliches zu empfehlen. Bei Midi-Geräten spielt auch der persönliche Geschmack eine ganz bedeutende Rolle. Jeder Hersteller hat nämlich eine andere Vorstellung davon, wie beispielsweise eine Violine oder ein Trompete klingen sollte und sampelt diese entsprechend seiner Möglichkeiten. Heraus kommt ein Sound, den der eine gut, der zweite interessant und der dritte absolut inakzeptabel findet.
Daher kann ich Dir nur meine ganz persönliche Meinung mitteilen. Eine Entscheidung mußt Du natürlich allein treffen. Viele Hersteller bieten aber auf Ihren Homepages Demos im MP3-Format an, so daß man sich schon vorab eine Meinung bilden kann.
Zunächst mal glaube ich, daß es nicht notwendig ist, 2000 Euro auszugeben. Mit max. der Hälfte wird man eigentlich relativ gut bedient. Als nächstes kommt es natürlich darauf an, wie Du die Hardware einsetzen willst und welche Qualität Du an das Endprodukt stellst. Wenn Du ausschließlich am heimischen Computer sitzt und Dich da nicht weg bewegst empfehle ich Dir die Soundkarte TerraTec DMX 6fire 24/96 (eine reine Audio-Karte). Zur Midi-Klangerzeugung besitzt diese einen Waveblaster compatiblen Connector. An diesen kann man ein Daughterboard anschließen z.B. das DB 50 von Yamaha. Dies ist unter Musikern eine sehr beliebte und viel gepriesene Kombination. Willst Du Deine Musik auch mal an anderen Rechnern, z.B. dem Laptop zum Klingen bringen, empfehle ich Dir die Verwendung eines externen Sound-Moduls, welches Du an den Midi/Game-Port Deines Computers bzw. Laptops anschließt. Als jahrelang begeisterter Roland-User empfehle ich Dir von diesem Hersteller das Sound-Canvas SC 8850. Wenn Du vielleicht selbst Keyboard spielst und eigene Kompositionen zum Klingen bringen willst, wird wahrscheinlich ein gutes Keyboard für Dich die Lösung sein. Hier gibt es von Roland, Yamaha, Korg oder Solton sicher das passende für Dich. Dafür wirst Du allerdings auch die 2000 Euro brauchen. Als letzte Möglichkeit wäre noch der Sampler. Dieser wird eingesetzt, wenn man mit den Sounds der kommerziellen Hersteller von Midi-Ausgabegeräten überhaupt nichts anfangen kann und selbst Hand an der Programmierung anlegen möchte. Dies erfordert aber viel Erfahrung und Wissen im Umgang mit Aufnahme und Programmierung von Sounds.
Abschließend sei noch angemerkt, daß Capella ja eigentlich ein Notations-Programm ist. Möchtest Du Deine Musik genießen und entsprechend bearbeiten oder vielleicht sogar auf CD aufnehmen, wirst Du um den Export in einen Midi-Sequenzer z.B. Cubase wahrscheinlich nicht herumkommen.
Gruß
Sandro
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